{"id":874,"date":"2020-03-15T19:27:49","date_gmt":"2020-03-15T18:27:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hgv-altenbeken.de\/wp\/?page_id=874"},"modified":"2020-03-15T19:42:32","modified_gmt":"2020-03-15T18:42:32","slug":"ersterwaehnung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hgv-altenbeken.de\/wp\/ortsgeschichte\/ersterwaehnung\/","title":{"rendered":"Ersterw\u00e4hnung"},"content":{"rendered":"<h2 align=\"center\">Ersterw\u00e4hnung des Namens\u00a0&#8222;Altenbeken 1211&#8220;<\/h2>\n<p><em>\u00a0Herman-Josef \u00a0Schmalor\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Zum ersten Mal findet sich der Name &#8222;Altenbeken&#8220; im Zusammenhang eines Vorganges, der durch zwei Urkunden \u00fcberliefert ist. Es geht um Mast- und Huderechte in den W\u00e4ldern, die dem Hofe Druheim benachbart sind und die wohl seit alters her die Bauern der D\u00f6rfer &#8222;Bekene&#8220; und &#8222;Ostlangen&#8220; f\u00fcr ihr Vieh in Anspruch nahmen. Einige G\u00fcter dieses Hofes hatte Graf Heinrich von Schwalenberg nebst der Mastberechtigung dem Kloster Hardehausen geschenkt. Hier\u00fcber stellte er eine Urkunde aus, in der er diese Schenkung dem Schutz des Paderborner Bischofs und dem Domkapitel unterstellte und den Bischof bat, \u00fcber alle, die gegen diese Schenkung aufbegehren w\u00fcrden, die Exkommunikation zu verh\u00e4ngen. Die Urkunde ist in die Zeit nach 1202 zu datieren\u00a0<i>(Westf\u00e4lisches Urkundenbuch, 4,1, Nr.14, S. 9).<\/i><\/p>\n<p>Die zweite in diesem Zusammenhang wichtige Urkunde stammt aus dem Jahr 1211 und ist von Bischof Bernhard III. von Paderborn ausgestellt\u00a0<i>(Westf\u00e4lisches Urkundenbuch, 4,1, Nr.46, S. 34)<\/i>. Hier wird eine Exkommunikation aufgehoben, die von Bernhard III. \u00fcber Bewohner der D\u00f6rfer &#8222;Bekene&#8220; und &#8222;Ostlangen&#8220; verh\u00e4ngt wurde, weil diese den zum Kloster Hardehausen geh\u00f6renden Hof Druheim in fr\u00fcheren Jahren gesch\u00e4digt und diesem die Mitbenutzung der Weide und Mast, die die Bauern f\u00fcr sich allein beanspruchten, in den W\u00e4ldern der Umgebung nicht zugestanden h\u00e4tten. Der in der ersten Urkunde genannte Fall war also eingetreten, dass das Kloster Hardehausen f\u00fcr seinen Hof Druheim den Schutz des Bischofs von Paderborn in Anspruch nehmen musste, der in Form einer Exkommunikation gew\u00e4hrt wurde. Die f\u00f6rmliche Verh\u00e4ngung der Exkommunikation \u00fcber (die) Einwohner von &#8222;Bekene&#8220; und &#8222;Ostlangen&#8220; ist nicht \u00fcberliefert. Die Verh\u00e4ngung der Exkommunikation bedeutete f\u00fcr die Menschen des Mittelalters eine \u00e4u\u00dferste Bedrohung des ewigen Heils, das niemand erlangen konnte, wenn er nicht vor seinem Tode von der Exkommunikation losgesprochen wurde. Daher hatten sich die exkommunizierten Bauern wohl bald darum bem\u00fcht, einen Kompromiss herbeizuf\u00fchren. Dieser Kompromiss gelang schlie\u00dflich durch die Vermittlung des Paderborner Dompropstes Lambert von Oesede und des Abtes von Hardehausen. Ergebnis der Verhandlungen war schlie\u00dflich, dass die Bauern den am Hof Druheim angerichteten Schaden nicht wieder beheben mussten, daf\u00fcr aber dem Hof in Zukunft das Mithuderecht in den W\u00e4ldern der Umgebung zu gestatten h\u00e4tten. Diese Einigung wird in der zweiten Urkunde aus dem Jahr 1211 festgehalten und von einer Reihe von Zeugen beglaubigt.<\/p>\n<p>Wichtig f\u00fcr die Ersterw\u00e4hnung von Altenbeken ist die Zeugenliste unter dieser zweiten Urkunde, deren Ausstellungsort zwar nicht genannt, jedoch mit einiger Wahrscheinlichkeit der Pfarrort Neuenbeken gewesen sein wird. Aufgef\u00fchrt werden der Pfarrer (plebanus) Johannes, weitere Namen ohne Herkunftsbezeichnung von Personen, die aus dem Ort stammen d\u00fcrften, wo die Urkunde ausgestellt wurde, also vermutlich Neuenbeken, und drei Namen, zu denen eine Herkunftsbezeichnung hinzugesetzt wird: &#8222;Burchardus de Aldebekene&#8220;, &#8222;Bernhart de Dalchusen&#8220; und &#8222;Theoderic et frater suus (sein Bruder) de Katherbike&#8220;. Die diesen Namen beigef\u00fcgten Bezeichnungen sind sicher Ortsnamen, also echte Herkunftsbezeichnungen, da zum einen alle drei Orte auch historisch nachzuweisen sind und zum anderen, um diese Zeugen , die ja offensichtlich nicht aus dem Ort stammen, wo die Urkunde ausgestellt wurde, sicher identifizierbar zu machen.<\/p>\n<p>Die Ersterw\u00e4hnung des Ortsnamens &#8222;Altenbeken&#8220; findet sich also als Herkunftsbezeichnung eines Zeugen namens Burchardus, der in einer Urkunde aus dem Jahr 1211 einen Rechtsvorgang beglaubigt, der eine Streitigkeit zwischen dem Klosterhof Druheim und den Bauern von &#8222;Bekene&#8220; und &#8222;Ostlangen&#8220; schlichtet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_889\" aria-describedby=\"caption-attachment-889\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-889\" src=\"https:\/\/www.hgv-altenbeken.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Ortsgeschichte_Ersterwaehnung.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"603\" srcset=\"https:\/\/www.hgv-altenbeken.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Ortsgeschichte_Ersterwaehnung.jpg 600w, https:\/\/www.hgv-altenbeken.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Ortsgeschichte_Ersterwaehnung-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.hgv-altenbeken.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Ortsgeschichte_Ersterwaehnung-100x100.jpg 100w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-889\" class=\"wp-caption-text\">Urkunde Altenbeken von 1211<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ersterw\u00e4hnung des Namens\u00a0&#8222;Altenbeken 1211&#8220; \u00a0Herman-Josef \u00a0Schmalor\u00a0 Zum ersten Mal findet sich der Name &#8222;Altenbeken&#8220; im Zusammenhang eines Vorganges, der durch zwei Urkunden \u00fcberliefert ist. 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